Geschichte der Arbeiterbewegung pur- Hermann Frieb, Wilhelm Olschewski, Heinrich Breu

Das neue Buch von Max Brym „ Verrat in München und Burghausen“ habe ich verschlungen. Der historische Tatsachenroman spielt hauptsächlich in München- Schwabing, Burghausen, Neuötting aber auch in Kraiburg am Inn. Der Held des Romans ist erfunden. Alle anderen Personen hingegen existierten real. Sie leisteten Widerstand gegen den Hitlerfaschismus. Der Autor lässt ab Ende 1932 Geschichte lebendig werden. Er verschweigt nicht das Versagen der Arbeiterbewegung. Der Widerstand gegen den Faschismus wird konkret dargestellt. Ein zentraler Held ist der in München wirkende Hermann Frieb. Nach diesem ist eine Schule am Hohenzollernplatz in München benannt. Allerdings wissen die wenigsten genaueres über diesen „ revolutionären Sozialisten“ aus der Schellingstrasse in München. Diese Lücke schließt der Autor. Auch über den Abwehr- Apparat der KPD ist viel zu erfahren. Vor allem über Wilhelm Olschewski Senior und Junior. Immer wieder tauchen Personen wie Hans Hartwimmer, Ludwig Ficker und andere auf. Auf der anderen Seite die Nazis Hermann Esser, Christian Weber und Gerd Rühle aus München. Die Provinz kommt ebenfalls nicht zu kurz. Darunter die Antifaschisten Heinrich Breu und Simon Vorburger aus Burghausen. Bis hin zum späteren Bürgermeister von Burghausen Georg Schenk. Zentral ist der Gestapo Agent Max Troll aus Giesing welcher den Widerstand der KPD erst anleitete und dann im Frühsommer 1936 zu zerschlagen half. Letztendlich war der Spitzel „ der kleine Willy“ daran beteiligt eine illegale Gruppe der KPD bei der Wacker Chemie in Burghausen hochgehen zu lassen.

 

Die Aktualität des Romans

 

Bis März 1933 traute sich die SA nicht in die rote Hochburg Feldmoching hinein. Ähnlich war es an der Schwanthalerhöhe sowie in weiten Teilen von Giesing. Heute sind die einstigen roten Hochburgen nicht mehr so stabil wie vor 1933 gegen faschistische Tendenzen. Dennoch verliert die AFD in München gegenüber der letzten Bundestagswahl in den Arbeiterbezirken in München Stimmen. Auch in Burghausen gelang der rechtsradikalen AFD kein wirklicher Einbruch in das Arbeitermilieu. Wichtig ist die Reaktivierung von Klassenbewusstsein, das ist für mich eine entscheidende Lehre aus dem Buch von Max Brym. Der Autor weiß viel aber er schreibt nicht um der Vergangenheit willen. Max Brym beschreibt Geschichte um daraus für heute zu lernen. Er erinnert an das Vergangene um daraus für heute die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

 

Alexandra Cohen

Bestelungen „ Verrat in München und Burghausen“ unter http://www.bookra-verlag.de/b17.html sowie in jeder Buchhandlung

Bild Max Brym

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