Rosa Luxemburg und Kadri Zeka-Notizen

Von Max Brym

Nach Kadri Zeka ist in Gjilan in Kosova eine Universität benannt. Kadri Zeka war ein linksstehender Revolutionär aus Kosova. Am 17. Januar 1982 wurde Kadri Zeka mit den links- patriotischen Genossen, den Brüdern Jusuf und Bardhosh Gërvalla in Untergruppenbach in der Nähe am Heilbronn von der jugoslawischen Geheimpolizei UDBA

in einem Wagen erschossen. Die deutsche Presse stellte damals den Mord als Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Balkanklans dar. In Wahrheit duldete das ehemalige jugoslawische Regime keine Opposition von links. Das titostische Regime ging besonders gegen die linke Opposition in Kosova vor. Mit den Morden in Untergruppenbach wollten die UDBA die linksdemokratische Opposition aus Kosova in der Emigration ihrer Köpfe berauben. Auf dem Grabstein von Kadri Zeka in Stuttgart stand: „Hier ruht ein Kommunist“. Im Jahr 2007 wurde Kadri Zeka in der Heimat begraben. Er gilt in Kosova zurecht als patriotischer Kämpfer. Verschwiegen wird der Öffentlichkeit jedoch seine marxistische Gesinnung.Einige Monate vor seiner Ermordung traf ich Kadri Zeka in einem Ort in der Schweiz. Das Interview, welches ich mit ihm machte, ist leider in den Archiven verschwunden. Allerdings bewahrte ich einige Notizen auf. Besonders interessant sind seine damaligen Aussagen zu Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Ihre Ermordung fand vor hundert Jahren in Berlin statt.  


Kadri Zeka über Rosa Luxemburg

Kadri Zeka im Herbst 1981 über Rosa Luxemburg: „Das war eine großartige Frau und Revolutionärin. Stets blieb Rosa ihren Prinzipien treu. Sie verteidigte und erweiterte den Marxismus. Ich habe fast alles von Rosa Luxemburg gelesen. Sie machte keinen Kompromiss mit der bürgerlichen Gesellschaft. Rosa Luxemburg steht für die Kombination von Freiheit und sozialer Gleichheit. Ohne Freiheit hat die soziale Gleichheit keinen Wert. Ohne soziale Gleichheit hat die Freiheit keinen Wert. „  Diese Worte von Kadri Zeka Sind aktueller den je. Sie müssen auch der Jugend und der Arbeiterklasse in Kosova bekannt gemacht werden.

Bild von Kadri Zeka

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Rezension „Revolution als Realpolitik“

Florin Wilde hat ein wichtiges umfangreiches Buch unter dem Titel „Revolution als Realpolitik Ernst Meyer Biografie eines KPD Vorsitzenden“ verfasst. Erschienen ist das umfangreiche Werk im UVK Verlag Konstanz. Der Autor hat das Verdienst einen der wichtigsten Führungskader der deutschen Arbeiterbewegung, dem Vergessen entrissen zu haben. Ernst Meyer wurde am 11. Juli 1887 im damaligen ostpreußischen Prostken geboren. Ein langjähriges schweres Lungenleiden führte bereits am 2. Februar 1930 in Potsdam zu seinem frühen ableben. Der junge Ernst Meyer studierte in Königsberg und Berlin Philosophie, Psychologie und Nationalökonomie.

Das politische Leben von Ernst Meyer

Der Autor Wilde zeichnet das politische Leben von Ernst Meyer ausgezeichnet und mit vielen Belegen und Zitaten nach. Im Jahr 1908 sollte Ernst Meyer in Königsberg im Auftrag einer Studentenverbindung gegen den bekannten SPD Politiker Hugo Haase, auftreten. Nachdem Meyer viel sozialdemokratische Literatur gelesen hatte, sagte er den Auftritt gegen Hugo Haase ab. Er schloss sich der damals marxistisch orientierten SPD an. Gefördert wurde er dabei von dem ebenfalls aus Königsberg stammenden Haase. Im Jahr 1912 wurde Meyer Redakteur beim sozialdemokratischen „Vorwärts“ in Berlin. Ziemlich schnell schloss sich Meyer dem links sozialdemokratischen Freundeskreis in Berlin Steglitz, bestehend aus Rosa Luxemburg, Paul Levi, und insbesondere dem marxistischen Historiker Franz Mehring an. Mehrmals musste Meyer wegen „Majestätsbeleidigung“ wegen seiner Artikel vor 1914 ins Gefängnis. Im August 1914 stand Meyer zusammen mit Liebknecht, Luxemburg, Levi, Mehring und Pieck, gegen die Zustimmung zu den Kriegskrediten, durch die damalige SPD unter Ebert. Eindringlich beschreibt der Autor die Verzweiflung, aber auch die Isolierung der späteren Spartakisten. Sie waren auf einen Stadtteil in Berlin beschränkt und hatten nur lose sowie einige persönliche Kontakte zu gesinnungsgenossen im Reich, beispielsweise zu Clara Zetkin in Stuttgart. Weniger deutlich wird bei dem Autor der Fehler der sozialdemokratischen Linken nicht schon lange vor 1914 eine unabhängige revolutionäre Strömung oder Organisation im Sinne Lenins aufgebaut zu haben. Nichtsdestotrotz kommt man zu dieser Schlussfolgerung beim Lesen selbst. Meyer vertrat dann die Spartakisten auf den internationalen Konferenzen in Zimmerwald und Kientahl in der Schweiz. Ab dem Jahr 1916 bis Ende 1918 war Mayer faktisch der politische Leiter der Spartakusgruppe, denn Liebknecht und Luxemburg waren im Gefängnis und Mehring alt und krank. Leo Jogiches war hingegen der Organisator des Spartakusbundes. All das belegt der Autor mit vielen Fakten und Zitaten.

Mitbegründer der KPD

Ernst Meyer war auf dem Gründungsparteitag der KPD zur Jahreswende 1918/19. Meyer nahm an allen revolutionären Kämpfen in Berlin teil. Er bemühte sich besonders, um enge Beziehungen zu den „Revolutionären Obleuten“ welche die breite Masse der Berliner Arbeiterschaft repräsentierten. Auf dem Gründungsparteitag wurde Meyer in die Zentrale der KPD gewählt. Zusammen mit Luxemburg, Liebknecht und anderen bekämpfte er die ultralinke Mehrheit auf dem Gründungsparteitag der KPD. Leider setzten sich die ultralinken Kräfte gegen die alte Spartakusgruppe in wichtigen Fragen durch. Die ultralinke Mehrheit lehnte die Beteiligung an den Nationalratswahlen und die Mitarbeit in den Gewerkschaften ab. Damit musste die KPD weitgehend isoliert bleiben. Gleichzeitig wütete in Berlin ab Mitte Januar der „weiße Terror“. Liebknecht und Luxemburg wurden ermordet. Auch nach Ernst Meyer fahndete die weißgardistische Soldateska. Wilhelm Pieck überlebte seine Festnahme durch Freikorpsmitglieder nur, weil er glaubhaft

nachweisen konnte, „dass er nicht Ernst Meyer sei“. Die Konterrevolution wusste demzufolge über die Wichtigkeit von Meyer Bescheid. All diese Vorgänge hat der Autor exakt recherchiert.

Meyer im Jahr 1920

Im März fand der Kapp Putsch statt. Innerhalb weniger Tage erledigte sich dieser Versuch der offenen Konterrevolution, mit den Zugeständnissen an die Arbeiterschaft nach der Novemberrevolution Schluss zu machen. Insgesamt streikten 12 Millionen Arbeiter gegen die Putschisten. Im Ruhrgebiet bildete sich eine eigene Rote Ruhrarmee. Die in Berlin vorhandene KPD Leitung um Generalsekretär Friesland, lehnte zunächst den Generalstreik ab. Sie wollten keine „sozialdemokratischen Arbeitermörder“ verteidigen. Aber die KPD Basis ignorierte Friesland. Der Parteivorsitzende Levi sowie Ernst Meyer, änderten am nächsten Tag den Beschluss. Unterstützt wurden sie dabei besonders von dem Ehepaar Duncker und von Heinrich Brandler. Schade ist, dass der Autor nicht benennt,, wer Friesland war. Es war der spätere antikommunistische Bürgermeister von West Berlin Ernst Reuter.

Schlaglichter

Der Rezensent tut sich schwer damit sich kurz zu fassen. Denn das politische Wirken von Ernst Meyer war eng mit der Geschichte der KPD und der Komintern verbunden. Im Buch selbst befinden sich jedoch viele Fakten und Redeauszüge von Ernst Meyer. Klar wird in der Biografie wie gründlich sich Meyer von der Offensivtheorie von Anfang 1921 löste. Damals nach der Vereinigung mit der Mehrheit der USPD im Dezember kam die Theorie auf die Partei „könne und müsse die Offensive suchen und zur revolutionären Tat schreiten“. Auch Meyer vertrat kurzfristig diese Theorie was im März 1921

zu einer verheerenden Niederlage der KPD führte. Im Raum Halle Merseburg vertrat die KPD die Mehrheit der Arbeiter. Aber nur dort. Einige in der KPD Führung bestärkt durch Komintern Emissäre-bildeten sich ein den gerechtfertigten Versuch der Arbeiter in Halle, welche von dem preußischen Polizeipräsidenten Hörsing provoziert wurden zu benützen, um im Reich die Macht zu übernehmen. Das Märzabenteuer endete katastrophal. Kurz danach löste sich Meyer von dieser abenteuerlichen Politik. Nachdem Brandler flüchten musste, war Meyer als Leiter des politischen Büros der KPD faktisch von April 1921 bis Januar 1923 Parteivorsitzender der KPD. Mayer orientierte auf eine Einheitsfrontpolitik gegenüber der Sozialdemokratie von Unten und Oben. In der Praxis hieß dies konkrete Forderungen zu stellen welche von den Sozialdemokraten schlecht abgelehnt werden konnten, ohne ihren Einfluss auf die Arbeiterklasse zu verlieren. Mit dieser Politik stabilisierte sich die KPD. Sie hatte Ende 1922 knapp 360.000 Mitglieder. Meyer übergab Brandler im Januar 1923 eine intakte handlungsfähige Partei. Allerdings stellte sich im Katastrophenjahr 1923 heraus, dass Brandler zwar ein guter Organisator und Gewerkschafter war aber kein wirklicher Revolutionär. Im Sommer 1923 stürzte ein zweitägiger Generalstreik die Regierung Cuno. Die KPD hingegen blieb im Sommer 23 weitgehend passiv, statt die Energie der Massen zu steigern. In diesem Sinn kritisierte Meyer ziemlich früh Brandler und Thalheimer. Auch dazu hat Florian Wilde Dokumente ausgegraben. Nicht ganz klar wird aus der Schrift des Autors Wilde, ob er die Dialektik der Einheitsfronttaktik verstanden hat. Für Meyer war es immer eine Taktik und keine Strategie. Die Einheitsfronttaktik dient dazu den Einfluss der Sozialdemokratie zu minimieren, um die Mehrheit der Arbeiter unter der Fahne des Kommunismus zu:sammeln. Brandler hingegen wollte die „Sozialdemokratie vom linken Flügel der Bourgeoisie auf den rechten Flügel der Arbeiterbewegung ziehen“. Deshalb und wegen der Passivität Brandlers resultierte das Fiasko mit den Arbeiterregierungen in Thüringen und Sachsen. Auch der Fakt, dass sich Brandler in Chemnitz die Genehmigung zum Generalstreik und bewaffnetem Widerstand gegen die Reichsexekutive von mehrheitlich sozialdemokratischen Betriebsräten holen wollte. Die Folgen sind bekannt.

Wie Florian Wilde die ultralinke Phase beschreibt

Der Autor Wilde stellt zutreffend fest, dass Meyer in der Frage der nationalen und internationalen Politik immer für offene Diskussionen, aber einheitliches Handeln nach außen eintrat. Damit stellt er zutreffend Meyer als Leninisten dar. Etwas zu schlecht bei allen Fehlern kommt bei Wilde der damalige Komintern Vorsitzende Grigori Jewsejewitsch Sinowjew weg. Sinowjew trat nach dem Fiasko der Rechten für eine Führung der KPD unter maßgeblicher Leitung der Mittelgruppe daher Meyer, Remmele, Eisler, Schumann ein. Sinowjew wollte auf

keinen Fall den Ultralinken um Ruth Fischer, Arkadi Maslow und Werner Scholem die Führung der KPD überlassen. Aber gegen den Rat der Komintern setzten sich im Frühjahr 1924 die Ultralinken auf dem Parteitag durch. Die Mittelgruppe wurde abgewählt oder absorbiert. Die Frau von Ernst Meyer, Rosa Meyer Levine beschreibt das gut in ihren Memoiren, auch den Frust bei Sinowjew. Die Ultralinken lehnten jede Einheitsfront ab. Sie kämpften nicht gegen Tendenzen an aus den Gewerkschaften auszutreten. Ruth Fischer propagierte einfach nur die Revolution. Ernst Meyer wurde schikaniert und verlor sein Mandat im preußischen Abgeordnetenhaus. Er wurde Redakteur von „Berlin am Abend“. Der Brief von Meyer, Frölich und Becker an den 10 Parteitag der KPD 1925 welchen Wilde dokumentiert ist bis heute gegen linke und rechte Fehler sehr aktuell. Immerhin durfte Meyer, obwohl er kein Delegierter war 10 Minuten auf dem Parteitag sprechen.

Der späte Ernst Meyer bei Wilde

Im September 1925 schlug der „Offene Brief der Komintern“ in der KPD wie eine Bombe ein. Scharf wurden die ultralinken Fehler kritisiert. Sogar Ruth Fischer musste den Brief unterzeichnen. Ernst Meyer schien rehabilitiert zu sein. Es dauerte aber noch bis zum Dezember 1926 bis Meyer wieder in die eigentliche Parteiführung gelangte. Das Sekretariat des Politbüros bestand u. a. aus Thälmann, Ewert, Meyer und Dengel im Jahr 1927. Die Initiative zur Kampagne „Enteignung der Fürsten“ im Jahr 1926 ging wesentlich auf Mayer zurück. Dies kann nach der Lektüre des Buches von Wilde behauptet werden. Aber Ernst Meyer machte auch schwere Fehler. Er befürwortete den Parteiausschluss der ehemaligen Ultralinken aus der KPD. Fischer, Scholem Urbahns hatten sich mit der linken Opposition in Russland verbündet. Das war das wesentliche Kriterium um sie aus der KPD auszuschließen. Meyer stellte sich nicht gegen die Theorie vom „Sieg des Sozialismus in einem Land“ womit die Bürokratie in Russland ihre Herrschaft legitimierte und letztendlich die kommunistischen Parteien zu Vollzugsgehilfen der russischen Außenpolitik machte. Meyer war ein Anhänger von Bucharin, welcher den Sozialismus „im Schneckentempo“ aufbauen wollte und den Kulaken zurief „Bereichert euch“. All das blendet der Autor aus. An einer Stelle erwähnt er die wahrscheinlich „psychologischen Probleme“ Meyers „ausgerechnet mit Ruth Fischer und Sinowjew für innerparteiliche Demokratie zu kämpfen“. Das mag sein, aber nicht umsonst rät Andrea Berg in einem Schlager: „Die Gefühle haben Schweigepflicht“.

Das Ende von Ernst Meyer

Ernst Meyer ging in die Geschichte ein als Führer der sogenannten „Versöhnler“. In der Tat bekämpfte Meyer mit letzter Kraft, die ab 1928 einsetzende „neue ultralinke Wende“ Er bekämpfte die absurde Theorie vom Sozialfaschismus der SPD. Er blieb seiner Haltung treu, keine separaten Gewerkschaften zu gründen. Die Artikel Meyers dazu sind lesenswert. Ernst Wilde bringt sehr viel Material. Das Buch Wildes ist wichtig. Das traurige persönliche und politische Ende von Meyer kann uns auch heute noch viel sagen.

Bestellungen unter https://www.narr.de/revolution-als-realpolitik-52773 

Foto von Ernst Meyer 1905

 

Rezension zum  Buch “ Verrat in München und Burghausen“ von Oliver Stey

Rezension zum  Buch “ Verrat in München und Burghausen“ von Oliver Stey auf Amazon -Das kürzlich erschienene Buch „Verrat in München und Burghausen“ des Autors Max Brym ist eine gelungene Melange aus historischer Wirklichkeit und Fiktion. Die Geschichte erzählt das Leben des erfundenen Rechtsanwalt Hans Faber der als Mitglied des KPD in der NSDAP als Abwehrspezialist arbeitet. Die Orte der Handlung sind zumeist im Ober- und Niederbayerischen Raum angesiedelt den der Schreiber Max Brym als gebürtiger Altöttinger wie seine Westentasche kennt. Reale Begebenheiten aus dem Beginn der faschistischen Machtergreifung wie der Ausschaltung parteiinterner Gegner Adolf Hitlers werden gelungen mit der Liebesbeziehung von Faber und seiner Lebensgefährtin „Lore“ verwoben die für ihn als Sekretärin bei Ernst Röhm dem damaligen SA-Führer arbeitet. Neben der Altöttinger Familie von Faber treten viele Persönlichkeiten der damaligen Zeit wie Alfred Rosenberg und Hans Frank auf der einen, sowie Hans Kippenberger bzw. Hans Beimler auf der anderen Seite der politischen Bühne im Fokus der Handlung hervor. Insgesamt ein sehr lesenswertes Büchlein, das als mehrteilige Fortsetzungsgeschichte angelegt ist und den Leser gespannt auf den zweiten Band warten lässt. Sehr empfehlenswert.-Bestellungen unter http://www.bookra-verlag.de/b17.html 

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Rezension– Martin Monath  – Ein Berliner Jude unter Wehrmachtssoldaten

Im „Schmetterling Verlag“ ist eine lesenswerte Biografie über Martin Monath erschienen. Das Buch von Wladek Flakin hat den Titel: „Arbeiter und Soldat–Martin Monath ein Berliner Jude unter Wehrmachtsoldaten“. Der Autor hat das Verdienst einen einst links zionistischen Juden und späteren führenden Trotzkisten in Belgien und Frankreich, dem Vergessen entrissen zu haben. Martin Monath wurde 1912 in einer kleinbürgerlichen jüdischen Familie in Berlin geboren. Ziemlich früh engagierte sich der bildungshungrige Monath, später auch unter dem Decknamen Viktor oder Widelin politisch. Wladek Flakin beschreibt den Weg von Monath von der links zionistischen Organisation Hashomer Hatzair (Der Wächter) zur trotzkistischen Organisation in Belgien und Frankreich. Martin Monath lehnte die Fixierung von Hashomer Hatzair auf die Alija (Rückkehr nach Palästina) obwohl er einige Zeit in Dänemark als Landarbeiter für Hashomer Hatzair tätig war ,ab. Im Lauf seiner Entwicklung, setzte Martin Monath auf die Weltrevolution und die 4 Internationale von Leo Trotzki, um die „jüdische Frage“ zu lösen. Besonderen Wert legte er auf die deutsche Arbeiterrevolution gegen das Hitlerregime. Er gab in Frankreich zuerst die Zeitung „Soldaten im Westen“ und dann die Zeitung „Arbeiter und Soldat“ heraus. Monath orientierte auf die Schaffung von antifaschistischen Arbeiterkomitees innerhalb der Wehrmacht. In der besetzten französischen Hafenstadt Brest bildeten sich tatsächlich solche illegalen Soldatengruppen innerhalb der Wehrmacht. Nach Zeitzeugenberichten aus Brest, welche der Autor ausgrub grüßten sich zum Teil französische Arbeiter und deutsche Soldaten mit erhobener Faust. Die Arbeit von Monath war nicht umsonst. Allerdings deckte die Gestapo, die Komitees auf und verurteilte zwischen 15 und 20 deutsche Soldaten in Brest 1943 zum Tod. Martin Monath wurde gejagt und im August 1944 von der Gestapo sozusagen zweimal erschossen. Zuerst Anfang August überlebte Monath die Hinrichtung in einem Wald bei Paris. Anschließend wurde der schwerverletzte Monath von Antifaschisten in ein Pariser Krankenhaus gebracht. Nach einigen Tagen kurz vor der Befreiung von Paris, wurde Monath von der Gestapo aus dem Krankenhaus geholt und sozusagen ein zweites mal wirklich erschossen. Die Biographie liest sich spannend,obwohl der Autor dieser Zeilen nicht mit jeder Wertung in dem Buch einverstanden ist. Die französische Résistance wird nach meiner Meinung falsch kritisiert. Das Problem der Résistance war nicht, dass sie militanten Widerstand gegen die Nazibesatzung durchführte, sondern dies nur in geringem Maß mit der Gewinnung von einfachen Wehrmachtsoldaten kombinierte. Flakin vermittelt fast den Eindruck, als ob dieser Widerstand der Résistance grundsätzlich daneben lag. Dennoch das Buch ist eine Bereicherung. Jüdische Internationalisten wie Monath, Abraham Leon sowie der junge Ernst Mandel, mit denen der Held der Biografie eng zusammenarbeitete müssen nicht nur gewürdigt werden. Ihr Internationalismus muss hochgehalten werden. Im Anhang des Buches sind alle Ausgaben von „Arbeiter und Soldat“ nachgedruckt. Ergo unbedingt lesen, ohne jedes Wort als wirklich realitätstauglich zu werten. Natürlich war der Krieg bis auf den Kampf der Sowjetunion, ein imperialistischer Krieg von allen Seiten, um die Dominanz auf dem kapitalistischem Weltmarkt. Aber der deutsche Faschismus hatte in diesem Ringen eine besonders negative Qualität. Man denke nur an Auschwitz. Letzteres wird bei dem Autor Flakin nicht immer deutlich.

Bestellungen unter http://www.schmetterling-verlag.de/page-5_isbn-3-89657-158-…

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Geschichte der Arbeiterbewegung pur- Hermann Frieb, Wilhelm Olschewski, Heinrich Breu

Das neue Buch von Max Brym „ Verrat in München und Burghausen“ habe ich verschlungen. Der historische Tatsachenroman spielt hauptsächlich in München- Schwabing, Burghausen, Neuötting aber auch in Kraiburg am Inn. Der Held des Romans ist erfunden. Alle anderen Personen hingegen existierten real. Sie leisteten Widerstand gegen den Hitlerfaschismus. Der Autor lässt ab Ende 1932 Geschichte lebendig werden. Er verschweigt nicht das Versagen der Arbeiterbewegung. Der Widerstand gegen den Faschismus wird konkret dargestellt. Ein zentraler Held ist der in München wirkende Hermann Frieb. Nach diesem ist eine Schule am Hohenzollernplatz in München benannt. Allerdings wissen die wenigsten genaueres über diesen „ revolutionären Sozialisten“ aus der Schellingstrasse in München. Diese Lücke schließt der Autor. Auch über den Abwehr- Apparat der KPD ist viel zu erfahren. Vor allem über Wilhelm Olschewski Senior und Junior. Immer wieder tauchen Personen wie Hans Hartwimmer, Ludwig Ficker und andere auf. Auf der anderen Seite die Nazis Hermann Esser, Christian Weber und Gerd Rühle aus München. Die Provinz kommt ebenfalls nicht zu kurz. Darunter die Antifaschisten Heinrich Breu und Simon Vorburger aus Burghausen. Bis hin zum späteren Bürgermeister von Burghausen Georg Schenk. Zentral ist der Gestapo Agent Max Troll aus Giesing welcher den Widerstand der KPD erst anleitete und dann im Frühsommer 1936 zu zerschlagen half. Letztendlich war der Spitzel „ der kleine Willy“ daran beteiligt eine illegale Gruppe der KPD bei der Wacker Chemie in Burghausen hochgehen zu lassen.

 

Die Aktualität des Romans

 

Bis März 1933 traute sich die SA nicht in die rote Hochburg Feldmoching hinein. Ähnlich war es an der Schwanthalerhöhe sowie in weiten Teilen von Giesing. Heute sind die einstigen roten Hochburgen nicht mehr so stabil wie vor 1933 gegen faschistische Tendenzen. Dennoch verliert die AFD in München gegenüber der letzten Bundestagswahl in den Arbeiterbezirken in München Stimmen. Auch in Burghausen gelang der rechtsradikalen AFD kein wirklicher Einbruch in das Arbeitermilieu. Wichtig ist die Reaktivierung von Klassenbewusstsein, das ist für mich eine entscheidende Lehre aus dem Buch von Max Brym. Der Autor weiß viel aber er schreibt nicht um der Vergangenheit willen. Max Brym beschreibt Geschichte um daraus für heute zu lernen. Er erinnert an das Vergangene um daraus für heute die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

 

Alexandra Cohen

Bestelungen „ Verrat in München und Burghausen“ unter http://www.bookra-verlag.de/b17.html sowie in jeder Buchhandlung

Bild Max Brym

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Toller Geschichtsunterricht- Buch „Verrat in München und Burghausen“

Zuschrift-„Hallo Herr Brym, Ihr neues Buch habe ich verschlungen. Sie lassen den Widerstand vor allem der KPD, der Gruppe „Neubeginnen“ und diverser kleiner Organisationen in Bayern gegen den Faschismus wieder lebendig werden. Klar zeigen Sie entscheidende Fehler der KPD und die Kapitulation der damaligen SPD Führung unter Erhard Auer in Bayern auf. Sie machen dies Regional und Überregional. Nur Ihr Held ist erfunden. Aber es gab solche Menschen in der Realität. Es ist ein ziemliches Verdienst Menschen wie Hans Beimler, Franz Stenzer, Fritz Rottmeier und Wilhelm Olschewski mit all ihren Fehlern und Stärken zu würdigen. Sie brechen in ihrem Buch aber auch die allgemeine Geschichte lokal herunter, speziell bezogen auf den Landkreis Altötting, die Städte Mühldorf und besonders Burghausen. Ziemlich viel hab ich über die einst rote Arbeiterhochburg Burghausen und das schwarze Altötting erfahren. Auch die dortigen Nazifunktionäre wie den Mühldorfer Kreisleiter Schwägerl, den Wacker Ingenieur und Nazi Dr. Zabel, aus Burghausen mit all seiner Rivalität zu dem SA Rabauken Ludwig Malcomeß, stellen Sie dar. Spannend fand ich in dem Buch wie Sie die Nazihochburgen Schwabing und Maxvorstadt von den roten Arbeitervierteln Giesing und Feldmoching in München trennen. Insbesondere ist es ein Verdienst den Widerstandskämpfer Hermann Frieb entsprechend zu würdigen. In München ist viel zu wenig über Frieb und seine „ Revolutionären Sozialisten (Gruppe Neu Beginnen) bekannt. Auch nicht in Burghausen. Aktive Ex SPD-ler wie der spätere Burghauser Bürgermeister Schenk, waren in der Gruppe „ Neu Beginnen“ in der Zeit des Faschismus aktiv. Auch dies war mir neu. Ich kann das Buch nur empfehlen. Teilweise eignet sich das Buch als Stadtführer bezüglich der faschistischen Barbarei und des Widerstandes dagegen in Bayern

 

Hanelore E. Altötting

Buch

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Rezension: Lebendige Geschichte- Zum Buch „Verrat in München und Burghausen“

Dokumentation

 

In dem Buch geht es speziell um den Widerstand gegen den Faschismus besonders in Bayern Der Autor hat die Fähigkeit reale Geschichte ungeheuer spannend und Faktenreich darzustellen. Das Buch welches gestern im „Bookra Verlag Leipzig“ erschien hab ich auf einen Sitz in der Nacht gelesen. Sein zentraler Held – Hans Faber- ist erfunden. Alle anderen Personen sind real. Max Brym erzählt warum der SA Aufmarsch am 30 Januar 1933 in München ausfiel. Seine zentralen Helden sind Personen wie Hans Beimler, Franz Stenzer, Wilhelm Olschewski und andere Arbeiterfunktionäre in München. Dargestellt wird die schändliche Kapitulation der SPD im Deutschland und in Bayern. Die damaligen Fehler der KPD werden breit beschrieben. Die Geschichte wird heruntergebrochen auch auf viele Kleinstädte in Oberbayern. In Burghausen waren die kommunistischen und sozialdemokratischen Arbeiter kampfbereit. Örtliche Funktionäre wie Heinrich Breu aus Burghausen Simon Vorburger, Ludwig Lankes ebenfalls aus Burghausen warteten auf den Auftrag, ihre illegalen Waffenlager zu öffnen. Auch der Reichsbanner unter Schenck aus Burghausen wollte kämpfen. Aber die Order kam nicht. Anschließend begann der mühsame Weg des illegalen Widerstandes. Besonders gewürdigt wird Herrman Frieb aus München, welcher in der Gruppe „ Neu Beginnen“ arbeitet. Über diese linke Abspaltung der SPD, welche zusammen mit oppositionellen Kommunisten arbeitete erfuhr ich zum ersten mal etwas in dem Buch. Hermann Frieb baute in München, die aktivste Widerstandsbewegung im süddeutschen Raum auf. Nach ihm ist in München eine Realschule am Hohenzollernplatz benannt. Aber die Website der Schule gibt wenig her über den Namenspatron. Die KPD leistete Widerstand, aber nach dem 9. März wurde die Partei in Bayern weitgehend zerschlagen. Von 20.000 Mitgliedern der KPD 1933 in Bayern landeten knapp 5.000 für kürzere oder längere Zeit im Gefängnis, oder im KZ. In einigen Fällen gelang es der GESTAPO einzelne Leute als Agenten anzuwerben. Besonders intensiv beschäftigt sich der Autor mit dem Agenten Max Troll aus Giesing -Parteinahme Theo- welcher Ende 1935 an die Spitze der KPD in Bayern gelangte. Damit wurde der Widerstand für einige Zeit direkt von der Gestapo geleitet. Anschließend im Frühsommer 1936 wurde de facto die KPD in Südbayern komplett von den Nazis zerschlagen.   Der Held des Romans welcher für den Abwehrapparat der KPD tätig ist warnt in dem Roman längere Zeit vor „Theo“. Anschaulich wird die Rolle der Industrie vor allem in Bayern dargestellt. Die „Wacker Chemie“ beispielsweise in Burghausen steht hinter ihrem Ingenieur dem SS Führer Dr. Zabel. Dieser bekämpft nicht nur die Kommunisten, sondern auch den „ Lumpenproletarier „ Ludwig Malcomeß. Letzterer war der erste NSDAP Kreisleiter in Altötting. Ein typischer SA Rabauke welcher nützlich war im Kampf gegen Kommunisten und Sozialdemokraten, dann aber den Industriebossen wegen seiner Eigenmächtigkeiten im Wege stand. Damit erklärt Max Brym viele Ursachen des sogenannten Röhm Putsches. Über die Liquidierung der SA Führung wird direkt im Roman berichtet. Die Freundin des Romanhelden arbeitet als Sekretärin bei Röhm für die KPD. Im Roman tauchen alle Nazigrößen aus München bis hin zu Hitler auf. Der Held verkehrte im Parteiauftrag der KP mit sämtlichen Naziführern in München. Darunter sind die späteren Kriegsverbrecher Alfred Rosenberg und Hans Frank. Zudem verkehrt Hans Faber mit den Leibfotografen Hitlers, Hoffmann aus der Schellingstraße in München. Gezeigt wird auch die widerliche Gestalt Christian Weber, sowie der korrupte Hermann Esser. Immer wieder verzweifelt der Held des Romans an der Linie der KPD. Dennoch ist er persönlich mit Hans Beimler und Ludwig Ficker befreundet. Oft muss der Romanheld zu den verschiedenen Leitungsinstanzen der KPD in der Emigration. Dabei trifft er Herbert Wehner, Walter Ulbricht aber auch die späteren Opfer des Stalinismus Hermann Schubert, Fritz Schulte und natürlich den Chef des KPD Abwehrapparates Hans Kippenberger. Stets ist der Held geradezu verzweifelt über die Stimmung in weiten Teilen der Emigration Seine Berichte speziell über die Situation in Bayern werden weitgehend ignoriert.

 

Max Brym hat ein spannendes zeitgeschichtliches Buch geschrieben. Vor allem seine Fähigkeit lokale oder regionale Details mit der Gesamtsituation zu verbinden ist erstaunlich. Unbedingt lesen- sehr aktuell- aus der Geschichte muss gelernt werden.

Bestellungen über jede Buchhandlung ,oder direkt beim Verlag.

 

Agron Sadiku

 

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